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Voltigieren in Westfalen

Grundlagen und Regeln für das Voltigieren

Für das Voltigieren gibt es einheitliche Grundlagen und Regeln.Sie sorgen für die pferdegerechte und sportfachlich fundierte, sichere Gestaltung und Durchführung im Trainingsalltag und Wettkampf. 

Die Grundlagen und Regeln sind in bundesweit gültigen Regelwerken festgeschrieben, die von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) herausgegeben werden. Ergänzt werden sie auf der einen Seite durch die internationelen Regeln der FEI und auf der anderen Seite durch die regionalen Bestimmungen der Landeskommissionen.

Unsere Kurzportraits stellen die wichtigsten Regelwerke vor. Bezogen werden können sie im FN-Verlag der Deutschen Reiterlichen Vereinigung.

Zu den Voltigiermedien im FN-Verlag.

Die Regelwerke für den Voltigiersport

Die gesamte Ausbildung von Pferden, Reitern, Fahrern, Longenführern und Voltigierern sowie das Wissen um die Pferdehaltung und Pferdepflege ist in den sogenannten Richtlinien niedergeschrieben. Diese Richtlinien sind teilweise schon über 50 Jahre alt. Sie gelten als Leitfaden für eine pferdegerechte und auf die Bedürfnisse des Pferdes abgestimmte Ausbildung. Sie werden regelmäßig auf die neusten Erkenntnisse aus Forschung und Wissenschaft angepasst und orientieren sich stets an den Leitgedanken der klassischen Ausbildung von Mensch und Pferd.

Insgesamt gibt es sechs Bände:

  • Band 1: Richtlinien für Reiten und Fahren (Grundausbildung für Reiter und Pferd)
  • Band 2: Richtlinien für Reiten und Fahren (Weiterführende Ausbildung für Pferd und Reiter)
  • Band 3: Richtlinien Voltigieren
  • Band 4: Grundwissen zu Halltung, Fütterung, Gesundheit und Zucht
  • Band 5: Fahren
  • Band 6: Longieren

 

Die "Ethischen Grundsätze des Pferdefreundes" laden ein und fordern auf, sich mit der eigenen Werteorientierung im Hinblick auf den Umgang mit dem Pferd und auf seine Nutzung als Sport- und Freizeitpartner auseinander zu setzen.

Die Auseinandersetzung mit den Grundsätzen ist notwendiger und - im wahrsten Sinn des Wortes - wertvoller Bestandteil jeder Ausbildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Pferdesport.

Zu den Ethischen Grundsätzen

Die APO ist ein wichtiges Nachschlagwerk für alle Ausbilder im Voltigieren. Sie enthält relevanten Aspekte zu den ausbildungsbezogenen Prüfungen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Pferdeführerscheine
  • Voltigier- und Longierabzeichen
  • Trainerassistenten, Juniormanager und andere Vorstufenqualifizierungen
  • Trainerprüfungen (beispielsweise Trainer C Voltigieren)
  • Richterprüfungen (beispielsweise Voltigierrichter)
  • Qualifizierungen für das Therapeutische Reiten und Voltigieren

Geregelt und beschrieben sind jeweils die Voraussetzungen für die Teilnahme, die konkreten Anforderungen und die Rahmenbedngungen der Prüfungen. In der APO enthalten ist auch die Möglichkeit zur FN-Kennzeichnung für Vereine und Betriebe, beispielsweise als Voltigierschule.

Ergänzt und konkretisiert wird die APO durch die sogenannten Merkblätter. Sie enthalten die genauen Durchführungshinweise für die jeweiligen Ausbildungsgänge. Für Lehrgangsleiter und Prüfer sind sie unerlässlich.

Merkblatt zum Pferdeführerschein Umgang

Zum Merkblatt für Voltigierabzeichen

Zum Merkblatt für Longierabzeichen

 

Das Aufgabenheft Voltigieren ergänzt die LPO / WBO und die APO. Es enthält die standardisierten Aufgaben, die im Wettkampf und in den Prüfungen verlangt werden, beispielsweise:

  • die Pflichtprogramme der Klassen E bis S
  • die Bewegungsbeschreibungen für die Übungen
  • die Küranforderungen
  • die Einteilung der Schwierigkeitsgrade für die Kürübungen

Analog zur LPO wird das Aufgabenheft Voltigieren alle sechs Jahre überarbeitet und in einer neuen Auflage herausgegeben. Zwischenzeitliche Änderungen werden in Form von Kalenderveröffentlichungen bekannt gemacht.

Änderungen Aufgabenheft zum 1.1.2019

Änderungen Aufgabenheft zum 1.2.2020

 

Die Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) ist das Regelwerk für den leistungsorientierten Turniersport in Deutschland.

Ihre Regeln legen beispielsweise fest:

  • welche Teilnahmevoraussetzungen Voltigierer, Longenführer und Pferde erfüllen müssen
  • welche Ausrüstung erlaubt ist
  • wie oft ein Voltigierpferd eingesetzt werden darf
  • welche Leistungsklassen es gibt und
  • welche Anforderungen in den jeweiligen Klassen verlangt werden
  • welche Anti-Doping-Regeln für Mensch und Pferd gelten

Wichtigstes Ziel ist es, dass der Sport sicher und fair abläuft und niemand überfordert wird.

 

Überarbeitung und Entwicklung der LPO

Alle Aspkete der LPO werden regelmäßig überprüft und bedarfsgerecht weiterentwickelt. Eine Neuauflage erscheint im Sechs-Jahresrhythmus. Auch zwischen den Erneuerungen der LPO können Regeländerungen erfolgen. Zusammen mit weiteren Informationen zur LPO werden sie unter der Bezeichnung "Kalenderveröffentlichungen“ auf der Internetseite der FN zur Verfügung gestellt.

Zu den Kalenderveröffentlichungen der aktuellen LPO-Auflage von 2018

 

                                   

Die WBO regelt die Durchführung von breitensportlichen Wettbewerben. Sie enthält alle wichtigen Grundregeln für Teilnehmer und Veranstalter. Checklisten,  Musterausschreibungen und Beispielformulare geben Orientierung und unterstützen bei der Durchführung.

Die WBO enthält darüber hinaus zahlreiche Beispiele für die Gestaltung von Wettbewerben im Reiten, Fahren, Voltigieren und in der Bodenarbeit und dem Umgang mit dem Pferd.

Hier geht es zu weiterführenden WBO-Informationen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung.

Hier kann ein Nennungsformular für Voltigierwettbewerbe heruntergalden werden.

Ergänzend zu den Regeln der LPO, WBO und APO gibt es in allen Landes-Pferdesportverbänden die sogenannten "LK-Bestimmungen". Die Abkürzung "LK" steht für Landeskommissionen. Das sind die Gremien oder Abteilungen der Landes-Pferdesportverbände, die sich um den Turniersport kümmern.

In Westfalen ist die LK auch unter ihrem Namen "Kommission für Pferdeleistungsprüfungen in Westfalen" bekannt - in der Kurzform als "KLW".

Die LK-Bestimmungen werden jährlich neu beraten und verabschiedet. Ein Beispiel für besonderer Regelungen im westfälischen Voltigiersport ist die Fortbildungsverpflichtung für Longenführer.

Zu den KLW-Bestimmungen 2020

Internationale Voltigierturniere werden nach den Regeln der Internationalen Reiterlichen Vereinigung  - der FEI (Fédération Equestre Internationale) - durchgeführt. Die Regeln finden sich auf dem FEI-Internetportal.

Go to FEI Vaulting Rules

Voltigierer, die an einem internationalen Voltigierturnier (CVI)  teilnehmen möchten, benötigen das Einverständnis der Deutschen Reiterlichen Vereinigung.

Zu den CVI-Informationen

Informationen für Veranstalter von Voltigierturnieren

Ungefähr 40 bis 50 Voltigierturniere (LPO) und 30 Voltigiertage (WBO)  finden jährlich in Westfalen statt.

Es gibt sie in vielen Ausprägungen. Das Spektrum reicht von kleinen, breitensportlich orientierten Volti-Tagen bis hin zu Meisterschaftsturnieren oder internationalen CVI. In der jüngeren Vergangenheit haben sich außerdem Veranstaltungen etabliert, bei denen ausschließlich auf dem Holzpferd oder Movie geturnt wird.

Einige Vereine sind regelmäßig Gastgeber und bereits sehr erfahren und routiniert. Andere Vereine planen vielleicht gerade ihre erste Veranstaltung und wissen noch nicht recht, was auf sie zukommt. FÜr alle gilt: Ein Voltigierturnier kann viele Gesichter haben. Die Ausschreibung, die der Veranstalter in Abstimmung mit der KLW und im Einklang mit den Regeln festlegt, lässt viele Gestaltungsspielräume zu und lässt sich passgenau für das gewünschte Profil entwickeln.

Maßgebliche Regelwerke sind:

  • die Wettbewerbsordnung (WBO) oder
  • die Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO)
  • und die KLW-Bestimmungen

Alle wichtigen Dokumente für die Planung und Durchführung eines Voltigierturniers sind in der folgenden Dateisammlung zu finden.

(Einfügen: Dateisammlung)

 

NeOn und VORIS: Digitale Lösungen für den Turniersport

Die Organisation und Durchführung von Voltigierturnieren erfolgt mit Unterstützung spezieller Software und Online-Plattformen. Sie werden von der Deutschen Reiterlchen Vereinigung bereitgestellt und betreut.

"Nennung Online" ist die Internetplattform, auf der alle notwendigen Lizenzen zum Start auf Turnieren erworben werden (Jahresturnierlizenz, Pferdefortschreibungen). Nach dem Anlegen eines Benutzerkontos können Voltigergruppen, Einzel- und Doppelvoltigierer über das Portal ihre Turniernnennungen abgeben. Veranstalter nutzen die Daten zur Vorbereitung und Durchführung des Turniers und hinterlegen auf dem Portale alle wichtigen Informationen für die Teilnehmer, z.B. die Zeiteinteilung.

Zu den voltigierbezogenen FAQ der Nennung-Onlineplattform

VORIS ist die Meldestellen-Software, mit der die Melde- und Rechenstelle das Voltigierturnier abwickelt. Mit Hilfe des Programms werden beispielsweise Start- und Ergebnislisten sowie Bewertungsbögen angefertigt. Die Notenerfassung und das Errechnen der Ergebnisse erfolgt auf elektronischem Weg direkt am Richtertisch oder in der Rechenstelle. Das Programm steht Veranstaltern und Melde-/Rechenstellen zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung.

Zum VORIS- Download auf der Internetseite des Entwicklers AOM-Software

 

Veranstaltertreffen und Terminabsprachen

Am letzten Donnerstag im September findet ein Treffen aller Voltigierturnier-Veranstalter statt. Daran nehmen auch Vertreter des Disziplinbeirates Voltigieren und des Pferdesportverbandes Westfalen teil, Es dient zum einen der Informtion und dem Erfahrungsaustausch und zudem werden dort die wichtige Aspekte zu den Sichtungs- und Qualifikationsturnieren der kommenden Saison abgestimmt.

Besonders wichtig ist die bestmögliche Terminplanung für das Folgejahr, damit es nicht zu ungewollten Turnierhäufungen an bestimmten Wochenenden kommt.

Meisterschaften und Sichtungswege

Beim Voltigieren mit leistungssportlicher Ausrichtung stehen die Meisterschaften im Mittelpunkt jeder Jahresplanung. Mögliche Saisonziele lauten dann je nach Leistungsstand und Vorerfahrung:

  • Auf der Landesebene: Westfälische Juniormeisterschaften (WJM) oder Westfälische Meisterschaften (WM) (altersoffen)
  • Auf der Bundesebene: Deutsche Jugendmeisterschaften (DJM) oder Deutsche Meisterschaften (DM) (altersoffen)
  • Auf der internationalen Ebene: Europameisterschaften / Weltmeisterschaften

Für die Teilnahme an den Meisterschaften (die auch "Championate" genannt werden) sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Während die Zulassung zu den Westfälischen Meisterschaften über eine Qualifikation erfolgt, ist die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften nur durch eine Nominierung möglich. Gleiches gilt für die internationalen Championate, deren Beschickung und Betreuung durch das DOKR erfolgt.

Für den Weg zu den Landesmeisterschaften und die Beschickung zu den Deutschen Jugendmeisterschaften erarbeitet der Disziplinbeirat Voltigieren in jedem Jahr den sogenannten "Sichtungsweg", in dem der Pferdesportverband Westfalen alle entsprechenden Kriterien festlegt.

Link: Zum Sichtungsweg 2021

Weitere Informationen zu den Westfälischen Junior-Meisterschaften einschließlich Nachwuchsförderpreis und Junior-Trophy und zu den altersoffenen Westfälischen Meisterschaften einschließlich Westfalenpokal gibt es auf den jeweiligen Veranstaltungsseiten.

Überregionale Turniere

Der Fünf-Länder-Vergleichswettkampf und der Deutsche Voltigierpokal sind überregionale Turniere, zu denen der Pferdesportverband Westfalen Teams entsendet. Interessierte Voltigierer können sich qualifizieren und empfehlen. Die jeweiligen Kriterien werden zu Beginn des Jahres bekannt gegeben.

Link zum Sichtungsweg 2021

Der Deutsche Voltigierpokal 

Der Deutsche Voltigierpokal ist eine Veranstaltungsserie, die von der Stiftung Deutscher Voltigiersport unterstütz wird. Sie besteht aus zwei Veranstaltungen pro Jahr und richtet sich an  Voltigiergruppen in der Klasse L bzw.  Voltigiergruppen in der Klasse M sowie an Doppelvoltigierer.

Immer direkt vor den Sommerferien wird seit 2001 ein veranstaltender Verein von der Stiftung bei der Durchführung des Deutschen Voltigier-Pokals der L-Gruppen unterstützt, im Oktober seit 2009 ein weiterer Veranstalter für den Deutschen Voltigierpokal der M-Gruppen und Doppelvoltigierer.

Fünf-Ländervergleichswettkampf

Seit einigen Jahrzehnten gibt es den 5 Ländervergleichswettkampf. Dort treffen sich einmal jährlich die A- bis M-Gruppen sowie Doppel- und Einzelvoltigierer der Landesverbände Saarland, Rheinland-Pfalz, Rheinland, Hessen und Westfalen. Für jeden Start der Voltigierer gibt es je nach Platzierung eine gewisse Punktezahl, sodass am Ende der Landesverband mit den meisten Punkten als Sieger feststeht. Die Veranstaltung wird jährlich in einem anderen Landesverband durchgeführt.