Zum Hauptinhalt springen
FAQs Sportversicherung

FAQ: Häufige Fragen zu Haftung und Sportversicherung

Mit Fragen zu Themen der Haftung und des Versicherungsschutzes wenden Pferdesportvereine sich häufig an das Sport-Versicherungsbüro beim Landessportbund oder an die Geschäftsstelle des Pferdesportverbandes Westfalen.

Häufige und wichtige Fragen sind nachfolgend in Form von FAQ-Listen gesammelt.

Alle Antworten sind mit größtmöglicher Sorgfalt formuliert, Sie dienen der Orientierung und Information. Rechtsverbindliche Antworten zu Fragen der Deckung können jedoch nur vom Versicherungsträger gegeben werden.

 

 

Unfälle

Fragen zu Unfällen im Sport

Sportversicherungsvertrag

Haftung und Pferde

Fragen zu Haftung im Zusammenhang mit Pferden

Sportversicherung

Trainer und Trainerinnen

Fragen zum Einsatz von Trainer und Trainerinnen

Sportversicherung

Turniere

Fragen zu Veranstaltungen und Turnieren

Fragen zu Unfällen

Es liegt in der Natur der Sache, dass Unfälle unvorhergesehen eintreten. Damit im Falle des Falles alle Beteiligten auf der sicheren Seite sind, sollte man darüber sprechen, welche Maßnahmen dann zu ergreifen sind. Nach einer adäquaten Erstversorgung der verunfalten Person sollten alle Verantwortlichen sich zeitnah um die notwendige Unfallmeldung kümmern.

Zunächst ist es selbstverständlich wichtig, dass die verunfallte Person adäquat versorgt wird und medizinische Hilfe erhält, wenn es notwendig ist.

Vereine sollten in diesem Zusammenhang sicherstellen, dass dazu die erforderlichen Rahmendingungen erfüllt sind. Dazu gehört die Bereitstellung ordnungsgemäßen Erste-Hilfe-Materials. Trainerinnen und Trainer, die vom Verein mit der Durchführung des Trainingsstunden beauftragt werden, sollten jederzeit in der Lage sein, Erste-Hilfe zu leisten, wenn es notwendig wird.

Zeitnah nach einem Unfall sollte die Meldung des Unfalls bei der Sportversicherung erfolgen, wenn der Eindruck entstanden ist, dass Verletzungen entstanden sind, die über einen - bildlich gesprochenen - blauen Fleck hinausgehen. Spätenstens dann, wenn ein Krankenhausaufenthalten in Folge des Unfalls nötig wird, sollte der Unfall in jedem Fall gemeldet werden.

Der Unfall wird bei der ARAG-Sportversicherung gemeldet, die in Nordrhein-Westfalen Trägerin des Sportversicherungsvertrags ist. Die Meldung kann mit einem praktischen Online-Formular erfolgen.

Wichtig: Sofern der Meldebogen nicht gemeinsam mit der verunfallten Person ausgefüllt wird, benötigt die meldende Person des Vereins das Geburtsdatum der verunfallten Person sowie deren E-Mail-Adresse. Die ARAG wird sich dann mit dem Unfallopfer in Verbindung setzen.

Zum Online-Unfallmeldebogen

Der Pferdesportverband Westfalen hat für seine Mitgliedsvereine eine sogenannte Nicht-Mitgliederversicherung abgeschlossen. Sie schützt Personens, die einem Verein (noch) nicht angehören, im Falle eines Unfalls. Das ist besonders nützlich, wenn beispielsweise Kinder im Rahmen von Voltigierangebote oder Ponyreitstunden zunächst einmal "auf Probe" teilnehmen möchten, bevor sie sich dann hoffentlich für den Pferdesport entscheiden und dem Verein beitreten.

Wenn also eine Person, die nicht Mitglied in einem Pferdesportverein ist, im Rahmen eines Vereinsangebots einen Unfall erleidet, soll dennoch eine Unfallmeldung vorgenommen werden.

Zum Online-Unfallmeldebogen

 

Grundsätzlich sind Trainerinnen und Trainer ebenso über den Sport-Versicherungsvertrag geschützt, wie jedes Vereinsmitglied. Das gilt auch dann, wenn sie selbst gar nicht Mitglied des Vereins sind.

Oft sind Trainerinnen und Trainer jedoch auch gesetzlich unfallversichert. Das trifft regelmäßig dann zu, wenn sie ihre Trainertätigkeit als Arbeitnehmer oder als arbeitnehmerähnlich Tätige ausüben. Arbeitnehmerähnlich bedeutet, dass die Trainertätigkeit ehrenamtlich bzw. im Rahmen des Übungsleiterfreibetrags (maximal 3.000 Euro/Jahr) ausgeübt wird.

Als unselbstständig angestellte Mitarbeitende des Vereins (auch im Falle eines Mini-Jobs auf 450-Euro-Basis) werden sie vom Verein regulär bei der Berufsgenossenschaft angemeldet. Sollten sie im Rahmen dieser beruflichen Tätigkeit einen Unfall erleiden, ist das ein Arbeitsunfall.

Wird das Training ehrenamtlich oder im Rahmen der Übungsleiterpauschale geleitet, so sind diese Trainerinnen und Trainer ebenfalls gesetzlich unfallversichert. Ihr Unfall wäre ebenfalls ein Arbeitsunfall. Der Verein muss diese Peronen aber nicht eigens anmelden. Der Beitrag dafür wird im Rahmen einer Pauschale vom Landessportbund erhoben, die Gegenstand der Beitragrechung für die Sportversicherung ist.

Wichtig ist, dass die vorgenannten Trainerinnen und Trainer, die einen Unfall erleiden, bei ihrer Heilbehandlung angeben, dass es sich um einen Arbeitsunfall handelt,

Trainerinnen und Trainer, die im Rahmen einer selbstständigen Tätigkeit auf Honorarbasis tätig sind, fallen nicht unter die Regelung für die arbeitnehmerähnliche Tätigkeit. Sie sind nicht gesetzlich unfallversichert. Sie können diesen Schutz allerdings auf freiwilliger Basis selbst abschließen.

Fragen zur Haftung im Zusammenhang mit Pferden

In Pferdesportvereinen spielen naturgemäß Pferde im Mittelpunkt des Geschehens. Leider ist es nicht vollständig auszuschließen dass sich im Zusammenhang mit dem Reiten, Fahren und Voltigieren und beim Umgang mit dem Pferd einmal ein Unfall ereignet. Im Verein kommt es dann zu einer besonderen Haftungssituation. Für Vereinsvorstände im Pferdesport ist es daher besonders wichtig, sich mit Fragen zur Tierhalterhaftung zu beschäftigen,

Wer Pferde hält, muss für Schäden haften, die durch ihr Verhalten ausgelöst werden.

Ein Beispiel? Während der Pony-Anfängerstunde im Reitverein ertönt unerwartet ein Knall. Das brave Schulpony Bommel bekommt einen gehörigen Schreck und macht ein paar schnelle Galoppsprünge. Für seine kleine Reiterin kommt das so unerwartet, dass die von Bommels Rücken rutscht. Dabei hat sie großes Pech und verletzt sich am Arm, der im Krankenhaus behandelt werden muss.

Solche Ereignisse lassen sich im Pferdesport nicht vollständig ausschließen. Treten sie, so bedeutet das für den Verein als Halter, dass er den Schaden ersetzen muss, der durch sein Pony oder Pferd verursacht wurde. Bommels Schreckreaktion hat die Verletzung seiner kleinen Reiterin ausgelöst - der Verein muss für die Kosten der Behandlung aufkommen.

An dieser Stelle kommt die Tierhalterhaftplicht- Versicherung ins Spiel. Sie tritt für den Verein ein und übernimmt die Regulierung der Kosten. Sie übernimmt auch den damit verbundenen Papierkram.

In Nordrhein-Westfalen ist die Tierhalter-Haftpflichtversicherung für vereinseigene Ponys und Pferde im Sportversicherungsvertrag enthalten.

Vereine müssen keine besonderen Schritte unternehmen, damit der Versicherungsschutz wirksam wird, Sie müssen aber darauf achten, dass sie das Eigentum an den Pferden eindeutig nachweisen können. In der Regel geschieht das über den Kaufvertrag, der gut aufbewahrt werden muss. Im Falle eines Schadens, wird die ARAG-Sportversicherung danach fragen.

Es ist eine sehr gute Lösung, wenn geeignete Pferde oder Ponys für den Schul- oder Voltigierunterricht zur Verfügung gestellt werden. Beispielsweise, weil Besitzer sich eine Weile nicht selbst um ihr Pferd kümmern können oder weil sie den Verein gern unterstützen möchten.

In so einer Situation kommt es in der Regel dazu, dass der Verein Haltereigenschaften an dem zur Verfügung gestellten Pferd übernimmt. Das bedeutet beispielsweise, dass er sich um das Pferd kümmert und darüber entscheidet, wie es bei den Vereinsangeboten eingesetzt wird.

Als Halter greift dann wieder die gesetzliche Verpflichtung zur Haftung (Tierhalterhaftung). Der Verein muss also für Schäden haften, die das Pferd in dem Bereich verursachen könnte, in denen der Verein Haltereigenschaften hat. Dazu gehört natürlich die Unterrichtsstunde, in denen es eingesetzt wird.

Die automatische und obligatorische Tierhalterhaftpflicht-Versicherung für Vereine, die im Sportversicherungsvertrag enthalten ist, greift allerdings nur für Pferde und Ponys, die Eigentum des Vereins stehen.

Werden dem Verein Pferde oder Ponys zur Verfügung gestellt, muss für die notwendige Tierhalterhaftpflicht-Versicherung eine Lösung gefunden werden.

Der Verein kann entsprechenden Schutz bei jeder Versicherung anfragen, die entsprechende Produkte anbietet.

Der Pferdesportverband Westfalen hat eine Rahmenvereinbarung mit der ARAG-Sportversicherung getroffen, die ein entsprechendes Angebot enthält. Nähere Informationen und eine Anmeldemöglichkeit dazuenthält das nachfolgend verlinkte Merkblatt.

LINK

Wenn der Verein ein neues Schulpferd oder Voltigierpferd angeschaffen möchte, wird oft eine Probezeit vereinbart. In dieser Zeit wird geschaut, ob der neue vierbeinige Kollege sind für diese Aufgabe eignet und sich wohlfühlt.

Während einer Probezeit übernimmt der Verein Haltereigenschaften an dem Pferd - auch, wenn er es (noch) nicht erworben hat. Es ist möglich, dass der Verein für Schäden haften muss, die das Pferd möglichweise verursachen kann. Der Verein benötigt daher den Schutz einer Tierhalterhaftpflicht-Versicherung.

Der Pferdesportverband Westfalen hat für die Situation "Pferd auf Probe"  eine Rahmenvereinbarung mit der ARAG-Sportversicherung getroffen.

 

Für einen Zeitraum von bis zu drei Wochen besteht für Mitgliedsvereine eine Deckungszusage für die Tierhalterhaftpflicht-Versicherung, wenn ein Pony oder Pferd zur Probe gehalten wird.

 

Damit der Schutz wirksam wird, ist vor Beginn eine Meldung an den Pferdesportverband Westfalen erforderlich. Es reicht dazu eine formlose E-Mail mit dem Namen des Vereins und des Pferdes und dem Datum, zu dem der Verein das Pferd in seine Obhut übernimmt.

E-Mail senden

Fragen im Zusammenhang mit Trainerinnen und Trainern

Wer darf Unterricht geben und welche Qualifikation ist dazu erforderlich? Es ist nicht nur aus der Perspektive der Haftung wichtig, dass die verantwortlichen Vorstandsmitglieder des Vereins sichere Antworten auf solche und weitere Fragen kennen, die mit dem Einsatz von Trainerinnen und Trainern zu tun haben.

Eine Qualifizierung als Trainer C, B oder A oder eine berufliche Ausbildung als Pferdewirt oder Pferdewirtschaftsmeister sind eine sehr gute Voraussetzung für die Durchführung des Reit-, Fahr- oder Voltigeirunterrichts. Eine gesetzliche oder vertragliche Vorschrift, nach der nur Personen mit einer der genannten Qualifizierungen eingesetzt werden dürfen, gibt es jedoch nicht.

Vereinsvorstände dürfen entsprechend auch andere Personen mit der Durchführung des Unterrichts beauftragen. Voraussetzung ist jedoch immer, dass die Personen dazu fachlich und persönlich geeignet sind,

Es wird grundsätzlich empfohlen, dass die Beauftragung gemeinsam im Vorstand beschlossen wird. Der Vorstand oder eine von ihm dafür benannte Person sollte sich auch regelmäßig davon überzeugen, dass der Vereinsunterricht ordnungsgemäß und sicher durchgeführt wird.

Eine gültige DOSB-Trainerlizenz dokumentiert die regelmäßige Fortbildung und ist insofern ein Instrument der Qualitätssicherung in der Ausbildung. Sie hat zudem den Vorteil, dass sie dem Verein die Möglichkeit erschließt, an der Übungsleiterbezuschussung (Förderung der Übungsarbeit im Sport) teilzuhaben.

Im Hinblick auf den Schutz unter dem Dach der Sportversicherung ist die DOSB-Lizenz keine verpflichtende Voraussetzung.

Sollte es einmal zu einem Schaden kommen, bei dem im Rahmen eines Rechtsstreits darüber entschieden wird, ob ein Übungsleiter für seine Aufgabe tatsächlich geeignet war, kann eine gültige DOSB-Linzenz und die regelmäßig dokumentierte Fortbildung von Sachverständigen als Indiz für die fachliche Eignung herangezogen werden.

Generell ist es ein sehr gute Idee, interessierte und motivierte Jugendliche frühzeitig an die Trainertätigkeit heranzuführen. Viele Jugendliche sind dafür auch hervorragend geeignet und leisten gerade bei der Heranführung der jüngsten Pferdefreunde sehr wertvolle Beiträge.

Es darf jedoch nicht aus dem Blick geraten, dass Minderjährige selbst der Aufsichtspflicht unterliegen, Wenn sie in betreuender Funktion in Vereinsangebote eingebunden werden, sollte das in der Regel nicht in verantwortlicher und leitender Funktion, sondern in assistierender und helfender Funktion erfolgen. Die Gesamtverantwortung sollte in den Händen einer erfahrenen und volljährigen Person liegen.

Im Hinbkick auf die Aufsichtspflicht ist Wert darauf zu legen, dass der Einsatz minderjähriger Übungsleiter mit deren Eltern (Personensorgeberechtigten) abgesprochen ist.

Fragen zu Veranstaltungen und Turnieren

Turniere und andere Veranstaltungen gehören zum Vereinsalltag einfach dazu. Als Gastgeber wird jeder Verein sein Bestes geben, damit Teilnehmer und Besucher sich wohl fühlen und niemandem ein Schaden entsteht. Es ist gut, einen vorsorglichen Blick darauf zu werfen, was zu beachten ist.

Nein, grundsätzlich ist das nicht erforderlich.

Turniere gehören zum üblichen Betrieb eines Sportvereins. Für ihre Durchführung sind die veranstaltenden Pferdesportvereine in Westfalen haftpflichtversichert. 

 

 

 

Wie bei jeder Veranstaltung und Aktivität, muss der Verein alle Rahmenbedingungen sorgältig und verkehrssicher gestalten. Dazu gehört beispielsweise die Beseitigung von Gefahrenquellen.

Nein, eine gesonderte Anmeldung bei der Versicherung ist nicht erforderlich. Das gilt für Turniere und ebenso für alle Veranstaltungen, die im Rahmen des Sportversicherungsvertrags versichert sind.

Eine abweichende Regelung gilt für die Durchführung von Deutschen Meisterschaften.

Die ARAG als Partnerin des Pferdesportverbandes Westfalen

Die ARAG-Sportversicherung ist Partnerin des Pferdesportverbandes Westfalen.

Alle angeschlossenen Pferdesportvereine genießen Vorteile, die damit verbunden sind. Dazu gehören einge Erweiterungen des obligatorischen Versicherungsschuztes, beispielsweise eine Nicht-Mitgliederversicherung. Sie sichert den Schutz von "Schnupper-Kandidaten" bei Vereinsangeboten ab.

Regelmäßige Kommunikation zum Wohl der Vereine

Über das Versicherungsbüro beim Landessportbund Nordrhein-Westfalen stehen die ARAG-Sportversicherung und der Pferdesportverband Westfalen in einem regelmäßigen Austausch, um Vereinsvorstände bestmöglich über aktuelle Veränderungen und alle wichtigen Sachfragen im Zusammenhang mit dem Sport-Versicherungsschutz zu informieren.

Seminare für Vereinsvorstände und Übungsleiter

Mindestens einmal im Jahr, meist sogar mehrfach, bietet der Pferdesportverband Westfalen Seminare und Informationsveranstaltungen zum Sport-Versicherungsschutz an. Dabei geht es außerdem um Fragen der Haftung, die mit viel Praxisbezug erörtert werden. Auch für Übungsleiter und Trainer stehen passgenaue Abendseminare zur Verfügung.

Brigitte Hein

0251 - 3 28 09 39
E-Mail