Lea Sophie Kaulbars: Nur nicht unterkriegen lassen!

Mit Pferden hat die 17-jährige Lea Sophie Kaulbars schon so einige ups and downs erlebt. Für unsere Porträtreihe um das westfälische 8er-Team hat sie uns ihre Geschichte erzählt.

Dass im Leben – auch im sportli- chen Leben – nicht immer alles so ganz glatt läuft, hat Lea Sophie
Kaulbars schon mehrfach erfahren. Aber von ihrem Weg hat sich die 17-Jährige aus Bad Oeynhausen des- wegen noch lange nicht abbringen las- sen. Im März 2015 absolvierte Lea gerade den Lehrgang zum Nachwuchs- vierkampf mit Terbofens Contendro, einem Pony, das sein Züchter ihr zur Verfügung gestellt hatte, als zu Hause ihre Warmblutstute Cara überraschend starb. So schwer diese Zeit für Lea auch war, den Bundesvierkampf ritt sie trotzdem mit, gewann mit der Mann- schaft und wurde Dritte in der Einzel- wertung. „Das Pony war damals der rettende Anker und der Grund, dass Lea überhaupt noch in den Stall ging“, erinnert sich Leas Mutter Stefanie.
Doch es ging auch wieder bergauf. Denn 2017 trat ein neues Pferd in Leas Leben. Sportsfreund Vitara, kurz Sporti genannt, kam eine Woche zur Probe in den Stall und von Anfang an lief es wie am Schnürchen mit dem achtjäh- rigen Braunen. „Im Viereck ist er zwar nicht so der Bewegungskünstler, aber eine gute A-Dressur geht er auf jeden Fall. Seine Stärke ist jedoch das Sprin- gen“, erzählt Lea und ihre Augen leuchten. Im Parcours kann sie sich voll und ganz auf Sporti verlassen und hat schon einige gute Platzierungen gesammelt, unter anderem die Qualifikation für das westfälische 8er-Team.

Für jeden Schabernack zu haben
„Sporti ist sehr aufmerksam und achtet immer darauf, was ich mache“, sagt die Reiterin, die auf Turnieren für den RV „von Bismarck“ Exter startet.
Als „Selbstläufer“ kann man Sports- freund Vitara wohl trotzdem nicht bezeichnen. Denn tatsächlich ist der Wallach einfach für jeden Schabernack
zu haben. Er bockt gerne unvermittelt los und er mag es auch gar nicht, wenn ihm andere Pferde in der Reitbahn zu dicht entgegenkommen. Dann hat Lea ihre liebe Not, ihr temperamentvolles Pferd unter Kontrolle zu behalten. Bal- sam für die Nerven stellt unter der Woche ein kleines Ausgleichspro- gramm dar. Dann gehen Lea und Sporti vom Stall in Herford-Schwarzenmoor ins Gelände oder es wird nur mal mit Halsring, ohne Sattel, in der Halle geritten – locker und lässig, einfach zum Spaß.
Dass Lea und Sporti eine ganz enge Verbindung haben, liegt natürlich auch daran, dass Lea ihm sehr viel Zeit widmet. Jeden Tag fährt die Schülerin, die die elfte Klasse des Gymnasiums in Bad Oeynhausen besucht, meist gemeinsam mit ihrer Mutter in den Reitstall.
Für 2018 hatte sich Lea vorgenom- men, erstmals ein M-Springen mit Sporti zu reiten. Der Traum zerplatzte, als ihr Pferd sich verletzte und Lea ihm ein halbes Jahr Turnierpause gönnte – inklusive Aquatraining und Osteopa- thie. Gesundheit ist sowieso ein beson- deres Thema in Leas Leben. Sie ist Typ1 Diabetikerin und muss auch auf den Turnieren zwischendurch immer ihren Blutzuckerspiegel regulieren. Doch auch davon hat sich die fröhliche Springreiterin noch nie von ihren sportlichen Zielen abhalten lassen.
 


Verletzungspause gut genutzt
Inzwischen ist Sporti wieder topfit. Im Februar steht das erste Turnier auf dem Programm und das Ziel M-Sprin- gen wurde auf 2019 verschoben. Die Pause im vergangenen Jahr nutzte Lea übrigens, um sich ehrenamtlich für ihren Sport zu engagieren. Sie nahm an einer Juleica des PV teil, wurde Südheide. Noch in diesem Jahr möchte sie den Trainer C-Schein machen. So sehr die 17-Jährige ihren Sport auch liebt, er wird wohl immer ein Hobby bleiben. „Nach dem Abitur möchte ich Medizin studieren“, verrät Lea. „Pferde werden aber immer zu meinem Leben dazugehören.“ Susanne Müller/PV

 

Lea Kaulbars