Jugendtag 2024

Mit der Initiative #VeReinHören startet die Westfälische Pferdesportjugend in eine Phase der Neuausrichtung.

Münster (PV). Am 6. März haben sich die Jugend-Delegierten der westfälischen Kreisverbände zum jährlichen, ordentlichen Jugendtag an der Westfälischen Reit- und Fahrschule getroffen. Auf der Agenda standen Informationen, Berichte, Wahlen und der Auftakt in ein Zukunftsprojekt.

Projekte und Angebote

In ihrem Rückblick erinnerten die Ressorts der Pferdesportjugend an die besonderen Projekte des zurückliegenden Jahres, etwa an die Völkerball-Challenge in Zusammenarbeit mit der NRW-Volleyballjugend oder an die erstmals durchgeführte Zwei-in-eins-Qualifizierung zum Sporthelfer / Nachwuchs-Trainerassistent. Einige Angebote werden im Rahmen der Jugendbildungsmaßnahmen regelmäßig angeboten und so konnten die Delegierten etliche Termine notieren, um sie in den Vereinen ihren Kreisverbandes bekannt zu machen. Ein besonderer Hinweis galt dem neuen Just We-Event, das am 20. April im Jugendgästehaus an Münsters Aasee steigt. Schon einmal hatte es so einen J-Team-Tag gegeben, bei der zweiten Auflage dreht sich erneut alles um Vernetzung, Fortbildung und Impulse für Jugendsprecheraktionen im Pferdesportverein.

Wahlen

Dreimal haben die Kreis-Jugendvertreter über die Neubesetzung von Positionen im Jugendvorstand abgestimmt. Allen voran war die vierjährige Amtszeit des Vorsitzenden Reinhard Milchers zu Ende gegangen. Der gremienerfahrene Jugendwart teilte seine Gedanken zur Zukunft der Pferdesportjugend mit dem Jugendtag und machte deutlich, dass er eine bevorstehende Neuausrichtung gern begleiten würde und sich vor diesem Hintergrund auf Wunsch noch einmal zur Wahl stellen wolle. „Wenn wir eine neue Struktur erarbeitet und umgesetzt haben, soll das für mich der Zeitpunkt des Aussteigs sein“, unterstrich der Gütersloher, der dabei von einem zweijährigen Zeitraum ausging. Eine Veränderung gab es bei der Position des stellvertretenden Vorsitzes. Dieses Amt hatte Marilena Keller in den letzten Jahren innegehabt, sie konnte leider aus Termingründen nicht vor Ort sein. Dem Jugendvorstand bleibt die Juristin aus Lippe jedoch als Sprecherin des Ressorts „Ehrenamtliches Engagement“ weiterhin erhalten. Zum neuen Vize-Jugendwart wählte der Jugendtag Noel Schlees. Der 27-Jährige aus Horstmar verfügt bereits über fundierte Erfahrungen in der Jugendarbeit, die er als U 26-Vertreter im westfälischen Jugendvorstand und als Bundesjugendsprecher in der Deutschen Pferdesportjugend gesammelt hat. In die Fußstapfen des neuen zweiten Vorsitzenden tritt nunmehr Lea Holtkamp. Sie engagiert sich als Jugendwartin in ihrem heimischen Kreisreiterverband Herford und ist seit längerem im Just We Team aktiv, wo sie schon etliche Projekte begleitet hat. Alle Wahlen erfolgten einstimmig, alle Gewählten nahmen ihre Ämter an.

#VeReinHören

„Vor ungefähr 15 Jahren waren wir schon einmal an einem Punkt der Neuausrichtung“, erinnerte sich Reinhard Milchers. „Damals haben wir in der Jugend das Ressortprinzip an die Stelle des Regionalprinzips gesetzt. Viele Jahre waren wir mit unseren themenbezogenen Ressorts erfolgreich unterwegs und es sind etliche, wirklich gute Projekte entstanden. Jetzt sind wir allerdings an einer Stelle angekommen, an der wir den nächsten Schritt machen möchten“, leitete der Vorsitzende der Pferdesportjugend eine Diskussion zum notwendigen Wandel ein. Dass dafür jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, hatte der Jugendvorstand im Rahmen eines kürzlichen Klausurtags erarbeitet. „Am Anfang unserer Neuausrichtung soll Ihr zu Wort kommen. Wir möchten euch vor allen Dingen zuhören“, ging die Einladung an die Kreisverbands-Jugendvertreter. Darüber hinaus soll es weitere Aktionen geben, bei denen es darum geht, die Ohren in Richtung Basis und Vereinsjugend zu spitzen. Ein erster Videoclip ließ schon einmal erahnen, wie das Gesicht der Kampagne #VeReinHören aussehen könnte. Geplant wird etwa eine breit angelegte Umfrage, an der sich alle angesprochenen Zielgruppen aus der Jugendarbeit beteiligen können. „Was ist euch wichtig, wofür möchtet ihr einstehen und wie stellt ihr euch den Pferdesport in der Zukunft vor“, verdeutlichte Jugendreferent Dominik Braun beispielhaft die Ausrichtung der Umfrage. „Wir möchten zusätzlich in Interviews und Gesprächen in die Tiefe gehen. Wenn euch aus euren Vereinen oder Kreisverbänden junge Menschen in den Sinn kommen, von denen ihr sagt: Mit denen müsst ihr unbedingt sprechen, dann nennt sie uns gern. Richtung Herbst, wenn die Phase des Zuhörens zur Auswertung kommt, möchten wir euch erneut einladen, damit wir gemeinsam über die Ergebnisse sprechen können.“

Qualitätsbündnis

Zum Ende des Jugendtags galt der Blick der Westfälischen Reit- und Fahrschule, die seit Beginn des Jahres unter dem Dach des Pferdesportverbandes Westfalen ihre Heimat hat. Nach einem - virtuellen - Blick auf den geplanten Ersatzbau des Internats für die Lehrgangsgäste wurde unterstrichen, dass die Schule weiterhin und mehr denn je die Schule für den Pferdesport in Westfalen ist. „Aktivitäten der Kreisreiterverbände sind hier herzlich willkommen“, lud Geschäftsführerin Brigitte Hein die Delegierten zur Nutzung der Anlage ein.

Abschließend rief sie das Thema Gewaltprävention in Erinnerung, das auch in den vergangenen Jahren oftmals auf der Tagesordnung statt. Der Pferdesportverband Westfalen hatte bereits vor der Pandemie damit begonnen, sich die Kriterien zu erarbeiten, die der Landessportbund für einen Beitritt zum „Qualitätsbündnis zum Schutz vor sexualisierter und interpersoneller Gewalt“ vorsieht. „Während der Coronajahre haben wir diesen Beitritt zurückgestellt, nun möchten wir das wieder aufnehmen“, schlug das Vorstandsmitglied dem Jugendtag vor, einen entsprechenden Beschluss zum Beitritt zu fassen, der ebenfalls einstimmig getroffen wurde. 

Verbandsjugendtag 2024

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