Dortmunds Reitschüler zeigen ein Herz für ihre Schulpferde

Gute Ideen, praktische Lösungen, innovative Konzepte. Die Westfälischen Vereine haben sich einiges einfallen lassen, um der Coronakrise nicht tatenlos gegenüber zu stehen. Ihre Aktionen sollten geteilt werden: zum Mut machen, zum Nachmachen, zu Mitmachen… Heute stellen wir die Idee des Dortmunder Reitervereins vor:

Dortmund (PV). Schaute man noch vor wenigen Tagen in die Reithalle des Dortmunder Reitervereins, so konnte man den neun Schulpferden bei der täglichen Arbeit zusehen. Inka, Mr. Nemo, die elegante Lady Di und die hübsche Haflingerstute Asti Lu trabten gemeinsam mit ihren Pferdekumpels Kildromin Myna, Killarney Grey, Major, Cäsar und Joyce über den Hufschlag. Sie standen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus dem Stadtgebiet Dortmund für Reitstunden zur Verfügung. Und das an einem Ort, an dem es viele nicht erwarten: direkt gegenüber vom Signal-Iduna-Park, mitten in der Stadt.
Doch die Situation änderte sich von Grund auf.Die aktuelle Corona-Krise zwang den Reitverein dazu, den Reitschulbetrieb einzustellen. Nun sind die Schulpferde arbeitslos. Die täglichen Reitstunden fallen aus und die geplanten Ferienlehrgänge in den Osterferien sind gestrichen. Nun könnte man meinen: Wie schön, so können sich die Pferde von ihrer Arbeit erholen und machen ein wenig Urlaub. Doch tatsächlich ist die Situation, von der noch niemand sagen kann, wie lange sie anhält, für den pferdehaltenden Dortmunder Reiterverein beängstigend. Fest steht: die Schulpferde müssen weiterhin bestmöglich versorgt werden.
Ihre tägliche Bewegung wird im Augenblick durch einige Ehrenamtliche gewährleistet. Und zum Glück gibt es genug Futter für alle Pferde im Stall. Aber auch wenn die Trainer aktuell auf ihr Geld verzichten, fallen die Kosten in Höhe von rund 4.000 Euro für Kraftfutter, Heu, Stroh, Tierarzt etc. für die Zeit bis Ende April weiter an. Der Ausfall sämtlicher Reitstunden sorgt für ein großes finanzielles Loch in der Vereinskasse.  

Reitunterricht muss bezahlbar bleiben

„Nach der Krise wollen alle gerne wieder zum Reitunterricht kommen und wir wollen niemanden sagen müssen, dass wir diese Corona-Pause nicht überstanden haben“, sagt Stephanie Schefke, die dritte Vorsitzende des Vereins. Im Gegenteil: die Reitstunden sollen dann wieder stattfinden. Der Verein möchte seine finanziellen Nöte jedoch nicht auf die Reitstundenpreise umlegen, denn die vielen Reitschüler aus verschiedenen sozialen Schichten sollen weiterhin unter dem Motto "Reitsport muss bezahlbar sein" ihren Sport ausüben können.

Erfolgreiche Spendenaktion

Gemeinsam überlegten Vorstand und Mitglieder, was man tun könnte und kamen auf eine Idee… Gemeinsam mit der Sparkasse wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Die Reitschüler wurden über die Plattform Reitbuch.com, über die sie sonst ihre Reitstunden buchten, angeschrieben und um eine Spende für ihre Schulpferde gebeten. (Übrigens: Die Anbieter von reitbuch.com haben aufgrund der aktuellen Corona-Situation die Gebühren eingestellt).

 Außerdem wies der Verein auch auf seiner Facebook- und Instagram-Seite auf die Aktion hin. Mit Erfolg! „Wir waren begeistert, wie toll diese Aktion funktionierte“, freut sich Stephanie Schefke. Nach wenigen Tagen waren schon fast 4000 Euro für die Schulpferde zusammengekommen. Jeder der spendet, bekommt natürlich auch eine Spendenbescheinigung. Nicht ein Euro bleibt irgendwo hängen, hundert Prozent der Spenden gehen direkt an das Konto der Schulpferde. Hier geht es zum Spendenlink:

https://sparkasse-dortmund.engagementportal.de/projects/78138

Notfallplan für den Stall

Perfekt funktioniert auch der Notfallplan, den der Dortmunder Reiterverein gleich zu Beginn der Coronakrise aufgestellt hat. So wurden die Nutzer der Anlage in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe darf nur vormittags kommen, die andere nachmittags und beide helfen sich gegenseitig bei der Betreuung der Pferde – auch die der Schulpferde.

„Für uns ist es doppelt wichtig, diese ganze Sache zu überstehen“, sagt Stephanie Schefke. Im nächsten Jahr endet der Pachtvertrag des Vereins für den Standort mitten in Dortmund. Schon jetzt verhandelt der Vorstand mit der Stadt Dortmund über eine Alternativfläche. Doch dafür benötigt der Verein Geld. Und das ist in diesen Zeiten noch knapper als je zuvor….

 

 

Mit Ideen durch die Krise