DM Voltigieren: Rhede gewinnt Silber
Münster (PV). Nach genau 20 Jahren sind die Deutschen Voltigiermeisterschaften nach Westfalen zurückgekehrt. Zuletzt wurden sie 2006 beim RV Giebelwald in Freudenberg ausgerichtet. Gastgeber der diesjährigen Auflage war der RFV Handorf-Sudmühle, dessen Organisationsteam um Turnierleiterin Kerstin Bock am Westfälischen Pferdezentrum beste Bedingungen für alle vier- und zweibeinigen Athleten bereit hielt. Nach insgesamt vier Veranstaltungstagen stand fest, wer die neuen Medaillengewinner sind.
Rhede wird erneut Vizemeister und gewinnt die Finalkür
Das Finale der besten 15 Voltigiergruppen eröffnete am Sonntagnachmittag das Team RFV Wehdem-Oppendorf I mit Highlight und Longenführerin Antje Döhnert. Sie hatten den Finalstartplatz der Gruppe vom RFZV „St. Hubertus“ Herne I übernehmen dürfen, deren Voltigierpferd Little Jo sich nicht hundertprozentig wohl fühlte, so dass die Gruppe vorsorglich auf den Start verzichtet hatte. Das ostwestfälische Nachrücker-Team nutze seine Chance und erhielt die Note 6,861 für die Kür, am Vortag waren es 6.439 gewesen. Mit der Endnote 6.606 beendete Wehdem-Oppendorf die Deutsche Meisterschaft auf Rang 15.
Als erste Gruppe der sieben besten Mannschaften eröffnete das Team 1 vom VV Volmerdingsen den letzten Block der finalen Küren. Die Voltigiererinnen um Longenführerin und Trainerin Tabea Struck, die im vergangenen Jahr noch als Juniorteam unterwegs waren, erhielten die Note 7.748 für ihre Darbietung mit Voltigierpferd Don de Jazz. Das ergab die Endnote 7.349 und insgesamt den siebten Platz in der altersoffenen Deutschen Meisterschaft der Voltigiergruppen.
Als vorletzte Mannschaft lief schließlich das Team Rhede in den Wettkampfzirkel ein. Die Vorjahres-Vizemeister aus dem Westmünsterland hatten sich im Zwischenranking erneut den vorerst zweiten Platz erarbeitet und nun die Chance, mit ihrer Kür die sichere Silbermedaille zu erreichen. Und das gelang den Athletinnen um Longenführerin und Trainerin Maria „Mary“ Temminghoff mit Voltigierpferd Stalangro. Die Note 8.211 galt es als Kürnote zu schlagen, um den zweiten Podestplatz zu halten. Am Ende wurde es sogar die Note 8.721, die nicht nur den Vizetitel sicherte, sondern auch den Sieg in der zweiten Kür. Im Rheder Team voltigierten Vicky Terhart, Jonna Madita Küper, Lea Schülingkamp, Sofie Dienstbier, Sophie Schulte und Ella Tebroke.
Deutscher Meister wurde das Team NORKA Automation des VV Köln-Dünnwald (8.745), Bronze gewann das Team RSV Neuss-Grimlinghausen I.
Topten-Platzierungen für westfälische Einzelvoltigiererinnen
Bestens zufrieden zeigte sich das Westfalenteam mit den Ergebnissen der Einzelvoltigiererinnen, die in Handorf die westfälischen Farben vertreten hatten. Drei Athletinnen beendeten die Meisterschaft innerhalb der Topten. Allen voran belegte Jolina Ossenberg-Engels vom RV Altena, die im Rahmen der Meisterschaft ihr Goldenes Voltigierabzeichen erhalten hatte, den siebten Platz in der Meisterschaftswertung. Die Bundeskaderathletin voltigierte auf Equido Sir PQH, der von Claudia Döller-Ossenberg-Engels longiert wurde. Das Trio hatte eingangs nach der Pflicht zunächst noch auf Rang zwölf gelegen (7.001) und sich dann mit dem siebtbesten Technikprogramm (7.393) und der sechstbesten Kür (8.030) stetig weiter nach vorn gearbeitet. Nahezu spiegelbildlich verlief die Deutsche Meisterschaft für Paula Waskowiak vom VV Volmerdingsen, die mit dem bewährten Djaibolo an der Longe von Tabea Struck in den Wettkampfzirkel einlief. Sie rangierte nach der Pflicht auf Platz sieben (7.631) und rutschte nach dem Technikprogramm (6.900) und der Kür (7.857) um einen Platz zurück. Mit der Endnote 7.502 wurde die Sportsoldatin Achte der Deutschen Meisterschaft. Tordis Nierychlo (PSG Lette) beendete die Meisterschaft mit der Endnote 7.486 und schloss sich damit unmittelbar an. Sie präsentierte Pflicht (7.152), Technik (7.352) und Kür (7.839) auf Chocolate Columbus an der Longe von Ronja Nierychlo. Insgesamt beendeten 18 Einzelvoltigiererinnen die Deutsche Meisterschaft der Damen.
Doppelvoltigieren: Platz sieben für das westfälische Doppelpaar
An der Longe von Turnierleiterin Kerstin Bock galoppierte Con Chello G, Voltigierpferd des gastgebenden RFV Handorf-Sudmühle, für das Duo Elena Budde / Emilia Kotulla seine Runden auf dem Wettkampfzirkel. In den beiden Wertungspüfungen, in denen - anders als in den anderen Wettkämpfen – ausschließlich die Kür präsentiert wurde, erreichte das Doppel die Noten 7.252 und 7.225.
Ein ausgesprochen positives Gesamtfazit zog Mannschaftsführerin Simone Drewell, die das Team gemeinsam mit Markus Cohaus in Münster betreut hatte. Das bezog sich einerseits auf die sportlichen Leistungen und Erfolge des Westalenteams, das mit vielen Platzierungen geglänzt hatte. Respekt zollte sie gleichermaßen dem Veranstalterteam, das sich mit vielen, liebevollen Details um das Wohl der Pferde, Sportler und Gäste gekümmert hatte und sich über eine ausgezeichnete Stimmung freuen durfte. Großes Lob für den Gastgeber gab es auch vom Bundestrainer Voltigieren: "Das war eine tolle Veranstaltung hier. Das war ein ganz wertschätzendes Publikum, eine tolle Atmosphäre und wirklich eine ganz tolle, würdevolle Deutsche Meisterschaft", sagte Kai Vorberg gegenüber Pferdesport Deutschland.

DM Voltigieren 2026: Rhede gewinnt Silber
