Delegiertenversammlung 2026

Am 11. März trat Westfalens höchstes Verbandsorgan zusammen. Gastgeber der Delegiertenversammlung 2026 war der Märkische Reiterverband, der nach Iserlohn eingeladen hatte. 56 Stimmen aus 19 Stadt-, Kreis- oder Bezirksverbänden sowie aus Präsidium und Jugendvorstand vertraten die Interessen der westfälischen Pferdesportvereine in der jährlichen Hauptversammlung.

Iserlohn (PV).  Für die Tagung hatte der Vorstand des Gastgebers das „Jagdhaus im Kühl“ ausgewählt, das idyllisch in einem Waldstück unweit des Iserlohner Ortsteils Kalthof liegt. So vermittelte schon die Anreise einen Eindruck der typischen Landschaft des Märkischen Kreises, der von industriegeprägten Städten mit urbaner Infrastruktur ebenso geprägt ist, wie von abgelegenen Ansiedlungen in den Höhenlagen. Bei der Vorstellung seines Märkischen Reiterverbandes griff der Vorsitzende Ralf Harnischmacher die Thematik auf und machte dabei auch deutlich, wie kritisch etwa die leidige Sperrung der berühmt gewordenen Rahmedetalbrücke, die der Pandemie auf dem Fuße folgte, sich auf den Pferdesport in der Region ausgewirkt hat. Mit einer liebevoll zusammengetragenen Präsentation vermittelte er der Versammlung einen Einblick in vielfältige Aspekte des Zusammenschlusses der 30 Vereine im Kreisgebiet. Im Anschluss nahm Heiko Koch als Repräsentant der Firma Sprenger in seinem Grußwort Bezug auf die vorgeschaltete Besichtigung der im Pferdesport gut bekannten Sprenger-Werke, die in Iserlohn ihre fest verwurzelte Heimat haben und dort auch produzieren.

Jahresberichte

Der Geschäftsbericht 2025 begann mit einem Blick auf die Statistik. „Ein Lächeln vermag die Entwicklung einem leider nicht ins Gesicht zaubern“, stimmte Brigitte Hein die Delegierten auf die die rückläufigen Zahlen ein, die sich in allen Bereichen abzeichneten. „Die Entwicklungen sind sicherlich nicht überraschend, denn sie nehmen die Tendenzen der Vorjahre auf, die sich überwiegend linear fortsetzen.“  Doch in manchen Bereichen haben sie sich auch verstärkt. Das gilt besonders für die Zahl der Mitglieder in den westfälischen Pferdesportvereinen, die sich im Vergleich zur Bestandserhebung 2024 um mehr als 2000 verringert haben. „Auch die Zahl der Vereine hat sich stärker reduziert als in den Vorjahren“, verdeutlichte die Geschäftsführerin die Situation im westfälischen Pferdesportverband. Bereits im vergangenen Herbst hatten sich die Vorstände der Kreisverbände mit dem Präsidium im Rahmen einer Klausurtagung intensiv mit der Entwicklung beschäftigt und dabei Daten mit Unterstützung von Professor Dr. Lutz Thieme und Dr. Sören Wallrodt von der Hochschule Koblenz genauer unter die Lupe genommen. „Die Zusammenarbeit möchten wir fortsetzten“, versprach die Geschäftsführerin und kündigte für den Herbst vertiefende Analysen an.

Es folgte ein Blick auf die Westfälische Reit- und Fahrschule. Viele Delegierte hatten noch die Bauplan-Skizzen in Erinnerung, anhand derer Architekt Eckhard Hilker im Vorjahr das neue Gäste-Apartmenthaus vorgestellt hatte. An ihre Stelle traten nun aktuelle Fotos des Gebäudes, das kurz vor seiner Fertigstellung steht. „Wir sind etwas hinter der Zeitplanung“, erläuterte Brigitte Hein und unterstrich, dass die Baumaßnahme, die aus Mitteln des NRW-Programms „Moderne Sportstätte“ gefördert wird, sich innerhalb der Kostenplanung bewegt. „Unser Ziel ist es, dass im Monat Mai die ersten Gäste in den neuen Apartments übernachten können."

Erfolgreiche Talente und neuer Vierkampfmodus

Die letztjährige Erfolgsbilanz der westfälischen Kaderathleten und Nachwuchstalente war herausragend. Insbesondere in der Dressur hatten westfälische Paare erheblichen Anteil an den deutschen Championatserfolgen und so ging ein herzlicher Glückwunsch an Knut Wingender, den westfälischen Landestrainer Dressur, der in seiner Funktion als Vorsitzender des Kreisreiterverbandes Recklinghausen an der Delegiertenversammlung teilnahm. Auch in den vielseitigen Nachwuchswettbewerben waren die Westfalen 2025 kaum zu schlagen gewesen. Eine ausführliche Erfolgsbilanz war Bestandteil des schriftlichen Jahresberichts, der allen Delegierten vorlag. Abschließend griff Brigitte Hein die Premiere des neuen westfälischen Vierkampf-Konzeptes auf, das drei Tage zuvor seinen erfolgreichen Auftakt erlebt hatte. Für den gastgebenden Kreisreiterverband Steinfurt, der den Vierkampf gemeinsam mit dem RFV Ochtrup ausgerichtet hatte, gab es allseits positives Feedback und ein großes Dankeschön aus der Delegiertenversammlung.

Gemeinsame LK-Bestimmungen in NRW

Der Vorsitzende Heinrich Plaas-Beisemann ergänzte den schriftlichen Jahresbericht der KLW und griff besonders die nun ins Leben tretenden gemeinsamen LK-Bestimmungen in Nordrhein-Westfalen auf. Der Neuerung war ein längerer Entwicklungszeitraum vorausgegangen, in dem die rheinische und die westfälische Landeskommission die Angleichung schrittweise erarbeitet hatte.

Im Anschluss ergriff Noel Schlees das Mikrofon. Er war in der Woche zuvor vom Jugendtag zum neuen Vorsitzenden der Westfälischen Pferdesportjugend gewählt worden und absolvierte seine Berichtspremiere mit Bravour. „Das sind sehr große Fußspuren, die Reinhard Milchers hinterlassen hat. Ich will versuchen, sie so gut wie möglich zu füllen – und hoffe, daneben auch einige eigene Spuren in den Reithallensand zu treten“, begegnete der 29-jährige aus dem münsterländischen Horstmar seiner neuen Aufgabe mit Respekt und Zuversicht.

Jahresabschluss und Kassenprüfung

Wie in jedem Jahr trug Steuerberater Franz Kuckelmann den Jahresabschluss des Pferdesportverbandes Westfalen vor und erläuterte den Delegierten wesentliche Abweichungen von der Planung. Dazu erläuterte er auch die Strukturen, die sich aus den Erbbaurechten am Standort der Westfälischen Reit- und Fahrschule ergeben. Hier waren im Vorjahr Gebäudeteile, die zuvor von der Schule bewirtschaftet wurden, abgegeben worden. Insgesamt, so fasste der Steuerberater nach der Betrachtung der Einzelbereiche zusammen, konnte der geplante positive Abschluss im Berichtsjahr nicht erreicht werden. Dem Gesamtaufwand in Höhe von 3.758.327,29 Euro stand ein tatsächlicher Ertrag in Höhe von 3.730.905,25 Euro gegenüber, der Haushalt schloss mit einem Negativsaldo in Höhe von 27.422,04 Euro ab. Wesentliche Gründe waren einerseits Kostensteigerungen in der Pferdehaltung, etwa durch erhöhte Tierarztkosten. Durch die Abgabe von Gebäudeteilen zu einem Zeitpunkt vor der Inbetriebnahme der Ersatzbauten verringerten sich Einnahmen aus der Vermietung, ebenso konnten durch personelle Veränderungen einige Lehrgangsmaßnahmen nicht durchgeführt werden. Schließlich musste für das Jahr 2025 auch ein Rückgang von Fördermitteln hingenommen werden. Geschäftsführer Daniel Stegemann stellte im Anschluss den Haushaltsansatz für das Jahr 2026 vor, der unter Beibehaltung aller Förderprogramme und unter der Maßgabe konservativer Planung einen positiven Abschluss vorsieht.  

Die Rechnungsprüfer Heiner Rohmann (KRV Recklinghausen) und Eckhard Lohmann (KRV Pferdesport im Sauerland) hatten ihre Prüfung am 27. Februar 2026 in Münster vorgenommen. Heiner Rohmann berichtete davon und erklärte, dass die stichprobenartigen Überprüfungen keinerlei Beanstandungen ergeben hatten und alle Fragestellungen vollständig und zufriedenstellend beantwortet wurden. Er beantragte die Entlastung des Präsidiums und des Vorstandes, die in der anschließenden Beschlussfassung einstimmig erteilt wurde.

Satzungsanpassung

Schon im Vorjahr hatte die Versammlung über eine Änderung der Satzungsregel zum passiven Wahlrecht diskutiert. Hierzu hatte der Kreisreiterverband Höxter-Warburg einen entsprechenden Antrag formuliert, der die Streichung des entsprechenden Paragrafen vorsah. Rudolf Pellengahr, Vorsitzender des Kreisverbandes, erläuterte Fragestellungen dazu, bevor Präsidiumsmitglied Dr. Johannes Brinkmann, der die Versammlung durch diesen Tagesordnungspunkt führte, über diesen Antrag abstimmen ließ. Er wurde bei einer Enthaltung einstimmig angenommen. Über weitere und teils redaktionelle Änderungen wurden im Anschluss im Block abgestimmt. Sie wurden ebenfalls einstimmig angenommen.

Wahlen

Unter Einbeziehung der zuvor beschlossenen Satzungsänderung wurde der Tagesordnungspunkt Wahlen aufgerufen. Zur Entscheidung standen neben der obligatorischen Wahl der Rechnungsprüfer auch Wahlen zum Präsidium, und zwar jeweils eine Vertretung für die Regierungsbezirke Detmold und Münster und schließlich für die Position des stellvertretenden Präsidenten. Zu Kassenprüfern wurden Eckhard Lohmann, Rudolf Pellengahr und Björn Plaas (Stellvertreter) gewählt. Altes und neues Präsidiumsmitglied für den Regierungsbezirk Detmold ist Hubert Uphus, für den Regierungsbezirk Münster wurde erneut Dr. Johannes Brinkmann gewählt. Letzter war bisher stellvertretender Präsident, eine Position, die gemäß Satzung nach einer Amtszeit neu zu besetzen ist. Dabei gilt: Es hat der Regierungsbezirk das erste Vorschlagsrecht, aus dessen Bereich dieses Amt am längsten nicht besetzt wurde. Das war in diesem Fall Detmold und so wurde Hubert Uphus für diese Aufgabe vorgeschlagen. Alle Kandidaten wurden bei je einer Enthaltung einstimmig gewählt und nahmen die Wahl an.

PV-Turnier und Olympia-Bewerbung

Abschließend wurden noch einige informative Themen aufgerufen. Allen voran ermutigte Markus Terbrack vom KRV Coesfeld seine Vorstandskollegen in den Kreisverbänden dazu, Mannschaften für das PV-Turnier aufzustellen, das in diesem Jahr in der Jugendvariante beim RFV „St- Hubertus“ Ascheberg ausgetragen wird. Steuerberater Franz Kuckelmann informierte zu einem jüngeren Urteil aus dem Bereich der Steuerfragen für Vereine und riet dazu, Veränderungen zum Thema im Blick zu behalten. Brigitte Hein rief eindringlich dazu auf, die NRW-Olympia-Bewerbung der Region Köln-Rhein-Ruhr nach Kräften zu unterstützen. Bis zum 19. April können Bürgerinnen und Bürger der teilnehmenden Bewerberkommunen im Rahmen der Ratsbürgerentscheide abstimmen.

Zum Abschluss lud Ute Fisser-Hülsmeier, Vorsitzende des Kreispferdesportverbandes Minden-Lübbecke zur Delegiertenversammlung 2027 ein, die am 10. März im Mühlenkreis stattfinden wird. 

Bild: (im Uhrzeigersinn von oben links) Ralf Harnischmacher, Hubert Uphus, Dr. Johannes Brinkmann

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