Bernd Schulze Brüning ist gestorben

Der langjährige Vorsitzende des Reiterverbandes Münster verstarb am 11. Februar 2026. Im Sommer wäre er 83 Jahre alt geworden.

Münster (PV). Die Pferdewelt in Münster, Westfalen und weit darüber hinaus trauert um Bernd Schulze Brüning. Der besonders dem Springsport zugetane Ehrenamtler hat sich über viele Jahrzehnte im Pferdesport engagiert und galt in seiner Heimatstadt Münster als eine prägende Persönlichkeit der Reitsportszene.  

Sein Leben lang war Bernd Schulze Brüning den Pferden nahe. Kein Wunder, denn auf dem elterlichen Hof in Münster-Gremmendorf gehörten die Vierbeiner zum Alltag einfach dazu. Schon als Kind, damals noch unter dem Namen Bernd Averkamp, liebte er es, auf dem Pferderücken Platz zu nehmen und es dauert nicht lange, da hatte ihn die Faszination des Turniersports gepackt. Besonders im Springparcours hatte der Westfale sich wohlgefühlt. So war er etwa in den 60er Jahren in der Statistik der erfolgreichsten Reiter in der damaligen Klasse M ganz vorn zu finden. Auch in der schweren Klasse ließen Erfolge nicht lange auf sich warten und er konnte sich durchaus mit den Größen seiner Zeit messen. So musste er 1973 als gefeierter Lokalmatador beim „Großen Preis“ der Halle Münsterland lediglich den Mannschaftsolympiasieger Gerd Wiltfang um Haaresbreite an sich vorbeiziehen lassen.

Die Willenskraft und sportliche Fachkompetenz des Münsteraners war indes nicht unbemerkt geblieben und so war es gewiss kein Zufall, als Heinz Dieckhoff-Holsen ihn zu den Sitzungen des Reiterverbandes Münster hinzuholte. Was Bernd Schulze Brüning damals noch nicht ahnen konnte: Es sollten viele Jahrzehnte vergehen, in denen diese Sitzungen einen festen Stammplatz in seinem Kalender hatten. Dabei hatte er nur sehr kurz die Rolle eines Gastes inne, denn schon bald wurde er zunächst zum zweiten Vorsitzenden bestimmt. 1981 übernahm er schließlich als Nachfolger von Dr. Paul Brintrup das Amt des Vorsitzenden.

In den folgenden gut drei Jahrzehnten prägte Bernd Schulze Brüning den Reiterverband Münster, dessen Geschicke er bis 2012 lenkte. Untrennbar damit verbunden war die Aufgabe, das Januarturnier in der Halle Münsterland zu managen, das von jeher unter außerordentlichem Einsatz der ehrenamtlich Engagierten des Reiterverbandes Münster veranstaltet wird. Unter seiner Führung wurden zahlreiche Neuerungen eingeführt und das Turnier wurde mit seiner besonderen Mischung aus ländlichem Mannschaftswettkampf - der legendären „Bauernolympiade“ -  und internationalem Spitzensport weit über Westfalens Grenzen hinaus bekannt und gern besucht. 

2013 übergab Bernd Schulze Brüning die sprichwörtlichen Zügel an seinen Sohn Oliver, der seitdem als Vorsitzender des Reiterverbandes Münster das motivierte Team zusammenhält. In diesem Januar hatten sie gemeinsam das einhundertjährige Jubiläum des Reiterverbandes Münster gefeiert – selbstverständlich im Rahmen des Januarturniers, das heute als AGRAVIS-Cup bekannt ist. Von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung war der Verband zu diesem Anlass mit der Graf-zu-Rantzau-Trophäe gewürdigt worden. Sie wird für Turniere mit besonderer Vorbildfunktion vergeben.

Bernd Schulze Brüning hatte an der Jubiläumsfeier und der Auszeichnung nicht mehr teilnehmen können, doch die große Wertschätzung für Münsters besonderes Turnier bleibt untrennbar mit ihm verbunden.

Der Westfale hatte sich außerdem in der Deutschen Reiterlichen Vereinigung engagiert und gehörte dort von 1982 bis 2017 dem Großen Schiedsgericht an. Für sein Engagement wurde er 2013 von der FN mit dem Reiterkreuz in Silber geehrt, das ihm der damalige Präsident Breido Graf zu Rantzau beim damaligen Januarturnier persönlich ans Revers heftete.

Der Pferdesportverband Westfalen, zu der Zeit noch als Provinzial-Verband westfälischer Reit- und Fahrvereine bekannt, hatte ihn für sein ehrenamtliches Wirken bereits 1993 mit seiner Silbernen Verdienstplakette ausgezeichnet.

Bild: Jacques Toffi

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