Ausgezeichnet: Clemens Brüggemann
Münster (PV). Ein besonderer Moment kündigte sich an, als nach der Halbzeit der Kür bei der legendären „Bauernolympiade“ nicht die nächste Mannschaft einritt, sondern stattdessen Rainer Kohaus, Moderator und Vorstandsmitglied des Reiterverbandes Münster, das Viereck betrat. Mit wertschätzenden Worten leitete er die Würdigung einer besonderen Persönlichkeit ein, die so sehr mit dem Januarturnier verbunden ist, das es längst zu einem Teil seines Lebenswerkes geworden ist. Angeführt von Oliver Schulze Brüning und dem gesamten Reiterverbandsvorstand wurde er in die Bahn eskortiert: Clemens Brüggemann, der unermüdliche Macher hinter den Kulissen, der nun einmal selbst in das verdiente Rampenlicht gerückt werden sollte.
Als Laudator übernahm Heinrich Plaas-Beisemann das Mikrofon. Der Vize-Präsident des Pferdesportverbandes Westfalen und Vorsitzende der Kommission für Pferdeleistungsprüfungen in Westfalen, selbst Mitglied der Jury beim Jubiläumsturnier, kennt Clemens Brüggemann gut.
„Lieber Clemens, heute stehts du einmal hier im Mittelpunkt – und zwar völlig verdient. Du bist die Hauptperson eines Turniergeschehens, dass nicht nur sportlich begeistert, sondern auch einen unschätzbaren gesellschaftlichen Wert hat“, begann die Laudation auf den Turnierleiter, der diese Aufgabe seit unglaublichen 50 Jahren ausfüllt. „Du bist der Mann, der im Hintergrund alle Fäden in Hand hält. Mit einem großartigen Team sorgst du dafür, dass aus diesen Messehallen ein Ort entsteht, der Begeisterung weckt und Traditionen bewahrt. Gemeinsam sorgt ihr in jedem Jahr dafür, dass alles pünktlich und perfekt bereit ist, wenn das Turnier beginnt“, hieß es weiter. Dabei hob Heinrich Plaas-Beisemann hervor, dass unzählige Planungs- und Organisationsschritte für die Aktiven und Gäste ja fast immer unsichtbar bleiben. „Doch du kennst sie alle, bewältigst sie und sorgst dafür, dass schließlich jedes Sandkorn genau weiß, wo sein Platz ist. So schaffst du den Rahmen für ein Turnier, das seit einem ganzen Jahrhundert so viele Menschen begeistert und verbindet.“
Das Engagement von Clemens Brüggemann reicht indes weit über das Traditionsturnier in der Halle Münsterland hinaus. Seit Jahrzehnten ist der heute 76-jährige Warendorfer etwa eine treibende Kraft im Vorstand seines Reit- und Fahrvereins Milte-Sassenberg, sei es als Turnierleiter oder längere Zeit auch als Vorsitzender. Im Pferdesportverband Westfalen wirkt der Diplomtrainer regelmäßig als Richter und gehört zahlreichen Prüfungskommissionen an, beispielsweise bei Trainerprüfungen an der Westfälischen Reit- und Fahrschule oder in den westfälischen Kreisreiterverbänden. Ein besonderes Anliegen ist dem Münsterländer stets die Jugendförderung. So war er etwa als Stützpunkttrainer für den Verband tätig und hat die oftmals erfolgreichen Ponymannschaften bei den „Goldenen Schärpen“ trainiert und vorgestellt.
„Heute möchten wir dir, lieber Clemens, von Herzen danken und dein außergewöhnliches Engagement würdigen. Dein Einsatz für den Pferdesport in Westfalen ist beispiellos und du bist ein großes Vorbild für das Ehrenamt. Du bist ein echtes westfälisches Urgestein, ein Fels in der Brandung und ein Mann mit einem riesengroßen Herz, der immer mit Rat und Tat zur Seite steht.“, endete die Laudatio. Für sein ehrenamtliches Lebenswerk nahm Clemens Brüggemann aus den Händen des Präsidiumsvertreters die nur selten vergebene Goldene Verdienstplakette des Pferdesportverbandes Westfalen entgegen.
Unter tosendem Applaus und Standing Ovations der ausverkauften Halle Münsterland verließ Clemens Brüggemann dann das Viereck, nicht ohne zuvor seinen langjährigen Weggefährten Bernd Schulze Brüning in seinen Dank einzuschließen. Dessen Sohn Oliver Schulze Brüning, der heutige Vorsitzende des Reiterverbandes, schloss sich mit emotionalen Dankesworten der Laudatio an „Ohne dich wäre das alles nicht möglich – und dieses Turnier wäre vermutlich nicht 100, sondern nur 50 Jahre alt geworden.“

Goldene Verdienstplakette für Clemens Brüggemann

Ehrung für Clemens Brüggemann
