Abschied vom Just We-Team
Nach 25 Jahren hieß es Abschied nehmen von dem Jugendsprecherteam Westfalen, dass sich einst die abkürzenden Buchstaben „JuST We“ aus seinem Namen gesucht und zu der eingängigen Kurzform zusammengefügt hatte. „Es fühlt sich ein bisschen merkwürdig an, dass diese Reise heute zu Ende gehen soll“, sagte Noel Schlees, der dem Team selbst zwölf Jahre angehört hatte. „Wenn wir aber ganz ehrlich sind, ist es einfach so, dass es in den letzten Jahren und besonders seit der Pandemie immer schwieriger geworden ist, neue Teammitglieder zu gewinnen. Aktuell sind die letzten Aktiven altersmäßig einfach rausgewachsen und ein weiterer Generationenwechsel ist uns nicht mehr gelungen. Und da wir diese – wie ich persönlich finde – großartige Idee, Initiative und Geschichte nicht einfach einem leisen Ende überlassen wollten, haben wir uns für einen offiziellen Schlusspunkt entschieden, dessen Moment jetzt gekommen ist.“
Eine kleine Talkrunde ließ die Erfolgsgeschichte des Just We-Teams Revue passieren. Dazu bat Moderatorin Merle Robohm verschiedene Akteure um ihre Erinnerungen. Den Anfang machte Brigitte Hein, die seinerzeit bei einer Tagung der Sportjugend vom Konzept des „Juniorteam“ der Deutschen Sportjugend erfuhr. „Das könnte doch was sein“, war ihr damaliger Gedanke, und „Dann mach doch mal“ war die Reaktion des Jugendvorstandes. Der Rest ist Geschichte, auch wenn es doch nicht ganz so einfach war. „Wir haben dann Jugendliche aus unseren Kadern angesprochen. Andere kannten wir auch gar nicht, denn die außersportliche Jugendarbeit war damals noch ein sehr kleines, zartes Pflänzchen“, erinnerte sich Brigitte Hein. Und so kam es, dass vor 25 Jahren auch Dennis Peiler als Kadervoltigierer zu der Gruppe von jungen Leuten gehörte, die der Einladung zu einem ersten Treffen gefolgt war, das bei der Westfälischen Meisterschaft in Oelde stattfand. „Das war schon etwas merkwürdig, denn es hatte noch keiner so richtig verstanden, worum es ging“, teilte der heutige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Reiterlichen Vereinigung seine Erinnerung an die Geburtsstunde des Teams. Doch dann traf man sich erneut, diesmal für ein Wochenende und dort nahm das Ganze richtig Fahrt auf. „Wir haben stundenlang über einen Namen und ein Logo diskutiert. Solveig, unser kreativer Kopf hat dann beides gefunden und das war vielleicht die eigentliche Geburtsstunde.“ Nach einem kleinen Auftakt im Rahmen eines Grillabends folgte auch schon der erste Jugendsprecherkongress, der eine Reihe von Just We-Events einläutete, die in bleibender Erinnerung sind.
Dr. Dennis Peiler verglich die damalige Situation mit der Gegenwart und unterstrich, dass die handelnden Akteure heute im Schnitt viel jünger sind und der Anteil an Frauen und Mädchen deutlich gestiegen ist. Auch ist verstanden worden, was Jugendbildungsarbeit ist. Sie prägt inzwischen einen wesentlichen Teil der Jugend und behauptet sich ganz selbstverständlich neben dem Leistungssport. „Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich wäre heute nicht Vorstandsvorsitzender, wenn ich nicht im Just We-Team gewesen wäre“, stellte das Gründungsmitglied die enorme Auswirkung dieser Zeit für seinen eigenen Lebenslauf heraus.
Noel Schlees und Pia Dylong, die der letzten Generation des Just We-Teams angehörten, unterstrichen gleichermaßen die Bedeutung, die ihre Just We-Zeit für sie hatte. Dabei machten sie auch klar, dass erfolgreiche Projekte aus ihrer Sicht immer mit einer guten Begleitung verbunden sein müssen und sie wendeten sich direkt an Judith Schleicher. Die ehemalige Jugendbildungsreferentin der Pferdesportjugend hatte Just We das längste Wegstück begleitet, insgesamt 15 Jahre. In dieser Zeit waren in jedem Jahr neue Ideen entstanden und neue Projekte gewachsen. Die bestmögliche Unterstützung war ihr eine große Herzensangelegenheit, die ihr phasenweise sogar den Spitznamen „Löwenmama“ eingebracht hatte. Das letzte Wegstück hatten Dominik Braun und Merle Robohm das Team begleitet, das nun endgültig der Jugend entwachsen ist.
„Wir werden mit der Unterstützung der Jugendarbeit nicht aufhören, ganz im Gegenteil. Wir möchten uns in der Zukunft darauf konzentrieren, die J-Teams in unseren Pferdesportvereinen noch besser zu unterstützen“, versprach Noel Schlees. Hierzu schwebt schon die Idee eines Coaching-Konzeptes im Raum, das als nächstes angegangen wird.
FN-Auszeichnung für Junges Ehrenamt
Zum krönenden Abschluss zeichnete Heidi van Thiel, die Vorsitzende der Deutschen Pferdesportjugend, die eigens zu diesem Anlass nach Münster gereist war, dass Just We-Team mit der FN-Würdigung für Junges Ehrenamt aus. Mit sehr wertschätzenden Worten stellte sie die außerordentlich Vorbildrolle heraus, die das westfälische Team über viele Jahre innegehabt hatte und dankte allen Akteuren sehr herzlich für Inspiration, Engagement und Durchhaltevermögen. Und mit diesem überaus würdevollen Abschied endete sie dann, die Ära des Just We-Teams im Pferdesportverband Westfalen.
Auf der Internetseite des Pferdesportverbandes Westfalen gibt es eine Erinnerungsseite, auf der in vergangenen Projekten gestöbert werden kann.

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