Zum Auftakt der Westfalen-Woche findet am Dienstag die Eliteschau für die dreijährigen Reitpferde- und Kaltblutstuten statt. Qualifikationen zum Bundeschampionat stehen am Mittwoch auf dem Programm. Züchter und Reiter treffen sich am Donnerstag, wenn die Westfalen-Sichtung zum Bundeschampionat des Deutschen Reitpferdes drei- und vierjährige Hengste, Stuten und Wallache unter die Lupe nimmt.
Die Ponyreiter erobern das großzügige Turniergelände am Freitag. Dann gibt es die Westfalen-Sichtung zum Bundeschampionat des Deutschen Reitponys sowie Qualifikationen zum Bundeschampionat der Springponys und zum Bundeschampionat der Geländepferde und –ponys. Darüber hinaus stehen die ersten Teilprüfungen Dressur im Wettkampf um die Provinzial-Standarte und um die Westfälische Meisterschaft im Pony-Vielseitigkeitsreiten an. Am Abend dürfen sich Zuschauer auf die Mannschaftskür zur Musik freuen – immer wieder ein besonders stimmungsvolles Erlebnis.
Am Samstag geht es in Handorf Schlag auf Schlag. Weitere Teilprüfungen in den Mannschaftswettbewerben fordern ebenso heraus, wie die Westfälische Eliteschau für Kleinpferde, Ponys und Haflinger, die Haflinger-Edelbluthaflinger Verbandsschau sowie eine Qualifikation zum Bundeschampionat der vier- und fünfjährigen Fahrpferde. Die Geländeprüfungen finden am Freitag und Samstag an der Westfälischen Reit- und Fahrschule statt. Die Reitschule, nur wenige hundert Meter Luftlinie vom Westfälischen Pferdezentrum entfernt, kann gut zu Fuß über einen schattigen Waldweg erreicht werden.
Unvergleichlichen Teamgeist erleben die Zuschauer bei den Westfälischen Meisterschaften im Voltigieren. Der ultimative Tipp für Fans dieser Sportart ist der Samstagabend. Dann messen sich die Voltigiergruppen in der Kür – ein absolut mitreißendes Erlebnis.
Am Sonntag fallen die Entscheidungen in allen Mannschaftsprüfungen, im Westfalen-Championat der drei- und vierjährigen Hengste, Stuten und Wallache sowie in der Westfälischen Meisterschaft der Voltigierer. Am Nachmittag sollte niemand die große Siegerehrung auf dem Hauptplatz verpassen: Alle Teilnehmer der Jugendmannschaften nehmen mit ihren Pferden Aufstellung – ein unvergessliches Bild. Vor zwei Jahren gewann das Team vom RV Lützow Selm-Bork-Olfen den dreitägigen Wettkampf um die Provinzial-Jugend-Standarte. Ob den Reitern eine Titelverteidigung gelingt? – Längst wird in ganz Westfalen fleißig für diesen Wettkampf trainiert, der für viele Reiter absoluter Höhepunkt der Saison ist.
Auf den „Nebenschauplätzen“ der Westfalen-Woche wird von früh bis spät Unterhaltung für die Besucher geboten. Das Just-We Jugendsprecher-Team organisiert im Kinderland wieder etliche Aktionen: vom Schminken über Malen bis hin zu den begehrten Wettbewerben im Miniparcours-Springen. Hundefreunde treffen auf der Westfalen-Woche auf viele Gleichgesinnte und dürfen sich bei den „Helfern auf vier Pfoten“ über Hundeerziehung und Hundesport beraten lassen. Ein Foto-Workshop mit dem international bekannten Pferdefotograf Jacques Toffi lockt Amateurfotografen. Eine kleine Ausstellung rund um den Pferdesport sowie viele gastronomische Schmankerl und ein großes Besucherzelt sorgen darüber hinaus für kurzweilige Unterhaltung. Die familienfreundliche Botschaft „Eintritt frei“ gilt an allen Veranstaltungstagen. Selbst die Parkplätze und die Tribünenplätze sind kostenfrei.
Westfalen-Woche 2010: Es wird angespannt
Die besten Fahrpferde treffen sich in Münster
Die Westfalen-Woche in Münster haben sich nicht nur die Reiter, Züchter und Voltigierer ganz dick im Kalender angestrichen, sondern auch die Fahrer. Auf Hochglanz polierte Kutschen, majestätische Pferde und im Sinne der Tradition gekleidete Fahrer bringen Farbe und Flair auf das Gelände. Zwar geht es bei den Fahrprüfungen um Einzeltitel, tatsächlich ist der Fahrsport aber immer eine Mannschaftsleistung. Um ein Gespann bereit zu machen, müssen stets mehrere Leute mit anpacken. Da ist Teamwork gefragt. Auf einem eigens dafür angelegten Platz, etwas abseits vom Hauptgeschehen, findet am Samstag, 24. Juli, ab zwölf Uhr eine Gebrauchsprüfung für Fahrpferde statt. Vier Gespanne gehen an den Start. Ähnlich wie bei den Reitpferdeprüfungen wird hier noch nicht die perfekte Ausführung von den Pferden erwartet, sondern nur die Veranlagung bewertet. Für die jungen Pferde ist es eine gute Gelegenheit, die Turnieratmosphäre kennen zu lernen. Die Distanz zwischen Fahrer und Pferd macht es unerlässlich, dass zwischen den Partnern ein besonders vertrauensvolles Verhältnis besteht. Dieses Zutrauen wird durch die vielen Ablenkungen auf einem Turnierplatz oftmals auf eine harte Probe gestellt. Wer hier die Nerven behält – und das gilt für Mensch und Tier gleichermaßen - hat das Zeug zum Turniersieger.
Gespannt auf die jungen Fahrpferde bei der Westfalen-Woche ist vor allem auch Landestrainer Ludger Schmeing aus Wettringen. „Auch wenn hier sehr gute Fahrer an den Start gehen, von denen sicher einige das Zeug zu Kader-Fahrern haben, ist das an diesem Wochenende für mich nicht ganz so wichtig“, sagt der Fahrexperte, der sein Augenmerk auf die Pferde richten will. „Die Atmosphäre ist einzigartig, um zu testen, wie gut die jungen Fahrpferde wirklich sind. Wie sie mit den Ablenkungen von außen klar kommen“, erklärt er weiter. Er freut sich, dass die Fahrer in das Geschehen rund ums Pferd in Westfalen eingebunden sind. „Hier auf der Westfalen- Woche zeigt sich alles, was mit Pferden zu tun hat. Da gehören wir Fahrer natürlich mit dazu.“
Neben den Prüfungen gibt es in Handorf noch eine Fortbildung für Richter im Fahrsport. Gemeinsam schauen sich die Jungrichter einzelne Fahrten an und beurteilen sie. Im Anschluss werden die Ergebnisse mit denen der Experten verglichen und diskutiert.
Ebenfalls am Samstagnachmittag findet eine Eignungsprüfung für Fahrpferde statt. Zusätzlich zu einer Dressuraufgabe bewältigen die jungen Fahrpferde hier noch einen kleinen Hindernissparcour. Dabei müssen die Fahrer ihre Gespanne zwischen Pylonen hindurch lenken. Wird eine der Pylonen berührt und der darauf liegende Ball fällt herunter, gilt das als Fehler, und es werden Punkte von der Dressurnote abgezogen. Zehn Starterpaare haben sich angemeldet - darunter der amtierende Vizeweltmeister der Pony-Einspänner, Franz Josef Lehmkuhl vom RV Emsdetten mit einem jungen Nachwuchshengst. Ihm Konkurrenz macht Landgestütsfahrer und mehrfache Bundeschampionats-Gewinner Christian Koller vom RFV Milte-Sassenberg mit zwei Pferden. Diese Prüfung ist gleichzeitig Qualifikationsprüfung zum Bundeschampionat für Fahrpferde und zum Moritzburger-Fahrchampionat für Fahrponys.
Weitere Infos im Internet unter: www.westfalenwoche.de